SUN 04 OCT 1942War day 1,130Eastern Front
Das XIV. Panzerkorps am Traktorenwerk
Am 4. Oktober richtete sich der deutsche Angriff auf eines der Industrie-Wahrzeichen Stalingrads. Die Kämpfe dort gehörten zu einem Sturmangriff, dessen Maßstab Fabrikhallen und vorbereitete Todeszonen waren.
Am 4. Oktober 1942 griff das deutsche XIV. Panzerkorps das Stalingrader Traktorenwerk an. Das Werk gehörte zu den Industrieanlagen, auf die die deutschen Streitkräfte ihren Angriff auf die Stadt konzentrierten. Der Angriff erfolgte in einer Phase des Nahkampfs, in der die Kontrolle über die Fabrikgebäude wichtiger war als jede klare Frontlinie auf der Karte.
Der deutsche Vorstoß war Teil des vierten und längsten Angriffs auf Stalingrad, den General Paulus begonnen hatte. Seine Truppen waren mit Pionieren und Polizeieinheiten verstärkt worden, um die Kämpfe von Straße zu Straße zu unterstützen. Die sowjetischen Verteidiger unter dem Kommando von General Tschuikow hatten eigene Methoden für dasselbe beengte Gelände entwickelt: Sie kämpften auf kurze Distanz und legten Todeszonen an, um deutsche Vorstöße in konzentriertes Feuer zu locken. Der Kampf am Traktorenwerk war somit Teil einer größeren Auseinandersetzung, die von der Anpassung beider Seiten an den Häuserkampf geprägt war.
Das Werk war kein isoliertes Angriffsziel. Deutsche Angriffe richteten sich auch gegen das Barrikady-Werk und das Roter-Oktober-Werk. In diesen Industriegebieten und ihrer Umgebung blieben die Kämpfe erbittert und fanden auf engstem Raum statt. Der größere deutsche Vorstoß drängte außerdem im Gebiet von Orlowka im Nordwesten weiter vor. Diese Bewegungen gehörten zum selben Kampf um Stalingrad, doch der Angriff vom 4. Oktober hatte ein klar umrissenes Ziel: das Traktorenwerk.
Der Tag brachte am Werk keine eindeutige Entscheidung. Der Angriff des XIV. Panzerkorps war Teil des anhaltenden Versuchs, die Stadt zu erobern, während sich die sowjetische Verteidigung auf vorbereitete Stellungen und den Nahkampf stützte. Der Name des Werks bezeichnete mehr als einen Punkt an der Front: Er stand für einen der Orte, an denen eine Offensive mit schweren Verbänden durch Gebäude und Straßen hindurchgeführt werden musste. Am 4. Oktober setzte das deutsche Korps dort seinen Angriff fort; die Verteidiger der Stadt stellten sich ihm in jener Art von Kampf, auf die sich beide Armeen vorbereitet hatten.