Eastern Front · 23 Aug 1941 – 26 Sept 1941
Schlacht um Kiew (1941)
Im August und September 1941 kesselten deutsche Panzergruppen die sowjetische Südwestfront östlich von Kiew ein. Über 450,000 Rotarmisten gerieten in den größten Kessel der Militärgeschichte.
Full edition
The map is in the full edition.
Step through the battle phase by phase, with front lines and unit movements drawn on the terrain. All 50 battles, plus every past story.
First 7 days free, then $49.99 a year. Cancel before the week ends and you pay nothing.
Renews automatically until you cancel. By subscribing you agree to the Terms and Privacy Policy.
Already subscribed? Sign in
In den ersten Wochen des Unternehmens Barbarossa war die Wehrmacht tief in sowjetisches Gebiet vorgestoßen. Im mittleren Abschnitt hatte die Heeresgruppe Mitte Smolensk erobert und damit südlich davon einen weit vorgeschobenen Frontbogen geschaffen. Dort hielt die sowjetische Südwestfront entlang des Dnjepr im Raum Kiew die Stellung. Während Generalstabschef des Heeres Franz Halder und der Kommandeur der Panzergruppe 2, Heinz Guderian, für die unmittelbare Fortsetzung des Vorstoßes auf Moskau eintraten, griff Adolf Hitler ein. Am 21. August 1941 bestimmte Hitler die Vernichtung der sowjetischen Kräfte in der Ukraine sowie die Eroberung des Donezbeckens und der Krim zum unmittelbaren operativen Ziel.
Hitler befahl Guderians Panzergruppe 2 und der deutschen 2. Armee, ihren Vorstoß nach Osten abzubrechen und von der Linie Gomel–Starodub nach Süden einzuschwenken. Gleichzeitig bereitete die Heeresgruppe Süd unter Generalfeldmarschall Gerd von Rundstedt den Vorstoß nach Norden vor. Die Panzergruppe 1 unter Ewald von Kleist erzwang zusammen mit der deutschen 17. Armee Brückenköpfe über den unteren Dnjepr bei Kremenschug und Tscherkassy. Zwischen diesen aufeinander zulaufenden Vorstößen befand sich die Südwestfront Michail Kirponos’, bestehend aus der 5., 21., 26., 37. und 38. Armee. Obwohl Marschall Semjon Budjonny und General Georgi Schukow dringend empfahlen, den Frontbogen von Kiew aufzugeben und nach Osten zurückzugehen, verweigerte Josef Stalin wiederholt die Genehmigung zum Rückzug.
Guderians Panzer überschritten Ende August die Desna, schlugen Gegenangriffe der neu aufgestellten Brjansker Front zurück und stießen südwärts auf Konotop und Romny vor. Von Süden brach Kleist am 12. September mit seinen motorisierten Divisionen aus dem Brückenkopf von Kremenschug aus. Sie durchbrachen den dünnen Sperrschleier der sowjetischen 38. Armee und stießen rasch nach Norden in Richtung Lubny und Sula vor. Unter den anhaltenden Luftangriffen der Luftwaffe brach die sowjetische Nachrichtenverbindung zusammen; die sowjetischen Stäbe verloren dadurch den Überblick über das Tempo der deutschen Spitzenverbände.
Am 14. September stellten die Vorausabteilungen von Guderians 3. Panzer-Division und Kleists 16. Panzer-Division bei Lochwiza, etwa 200 Kilometer östlich von Kiew, Verbindung her. Bis zum 16. September war der Kessel vollständig geschlossen. Hunderttausende Rotarmisten saßen in einem riesigen Kessel zwischen dem Dnjepr und der Sula fest. Stalin genehmigte erst verspätet, am 17. September, einen Ausbruch; der koordinierte Widerstand war zu diesem Zeitpunkt jedoch bereits zusammengebrochen.
Die 6. Armee unter Generalfeldmarschall Walther von Reichenau zog am 19. September in Kiew ein, überschritt den Dnjepr und räumte im Verlauf mehrerer Tage die Stellungen in der Stadt. Eingeschlossene sowjetische Verbände unternahmen verzweifelte Versuche, den Kessel nach Osten zu durchbrechen. Südwestlich von Lochwiza wurde am 20. September die ausbrechende Stabskolonne der Südwestfront nahe dem Schumeikowo-Hain überfallen. General Kirponos, sein Stabschef Wassili Tupikow und der Gebietskommissar Mychajlo Burmystenko kamen bei dem Gefecht ums Leben. Am 26. September endete der organisierte Widerstand im Kessel. Über 452,000 sowjetische Soldaten waren eingeschlossen; die Südwestfront hatte mehr als 600,000 Tote, Gefangene oder Vermisste zu beklagen. Damit war der Südflügel der Roten Armee völlig zerschlagen.